
Sozialarbeit bei Emmaus
Seit Gründung der Emmausgemeinschaft vor 27 Jahren ist ein engagiertes Vorgehen gegen Arbeitslosigkeit eine wichtige Herausforderung für die tägliche Arbeit mit unseren Gästen. Im Lauf der Zeit hat sich eine differenzierte Betreuungsstruktur herauskristallisiert. Unser diplomiertes Personal versucht in der Sozialarbeit den Herausforderungen der verschiedenen Zielgruppen gerecht zu werden.
Im Clearing wird zunächst eine Sozialanamnese erstellt. Das erleichtert die Abklärung möglicher Schritte in der Betreuung.
Die Beratungs- und Betreuungseinrichtung der Emmausgemeinschaft St. Pölten besteht seit 2007 und ist aus der Arbeitsmarktpolitischen Beratung der Emmaus Wohnheime hervorgegangen. Sie bietet Beratung, Betreuung und Krisenintervention für arbeitsuchende Menschen aus der Obdachlosigkeit, den Emmaus-Wohnheimen und Tageszentren, sowie für KlientInnen, die vom Arbeitsmarktservice in diese Beratungseinrichtung zugewiesen werden. Voraussetzung ist jeweils, dass diese Personen beim Arbeitsmarktservice als Arbeit suchend gemeldet sind.
Im Vordergrund steht die Zielsetzung, die Menschen in ihrer Lebenswelt so zu stärken, dass sie ihren Alltag meistern können. Damit soll die Eingliederung in den Arbeitsprozess wieder möglich werden! Zum betreuten Personenkreis gehören Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen (physisch, psychisch und sozial), mit materiellen Defiziten (Schuldenproblematik, Probleme, den Alltag zu finanzieren) oder einfach auch mit fehlender Motivation, einen Sinn in einer Veränderung zu sehen.
Die Betriebssozialarbeit (BSA) steht im Dienst der Emmaus-Kleinbetriebe, die Arbeitstraining anbieten: Altwarenhandel, Sanierungsprojekt, Holz- und Kunstwerkstätte sowie Bio-Gärtnerei CityFarm. Die KlientInnen der Betriebssozialarbeit stehen also in einem Arbeitsdienstverhältnis zur Emmausgemeinschaft.
Ziel ist die Aufnahme eines Arbeitsplatzes am freien Arbeitsmarkt. Verschiedene Trainingsmaßnahmen, individuelle Unterstützung und Vernetzung mit anderen Institutionen sind das Grundgerüst, auf dem die Betriebssozialarbeit aufbaut.
Die Angebote umfassen: Arbeitstraining im jeweiligen Betrieb, Gemeinschaftstraining zur Erweiterung der sozialen Kompetenz, Bewerbungs- und Motivationstraining. Individuelle Unterstützung erfolgt in Form von Praktika und Exkursionen, mit dem Erwerb von Zusatzqualifikationen, mit der Motivation zur Suchtberatung, Schuldenregelung, und zu Maßnahmen der Persönlichkeitsentwicklung sowie natürlich bei der aktiven Arbeitssuche.
Die Vernetzung mit anderen Institutionen wie z.B. Neustart, Haftentlassenenhilfe, Sachwalterschaft, Arbeits- und Wohnassistenz, Schuldnerberatung u.a., spielt eine entscheidende Rolle.
Die Nachbetreuung gewährleistet einen fließenden Übergang auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Vor dem Auszug unserer Gäste aus den Wohnheimen wird unter Berücksichtigung der finanziellen Lage, eventueller Suchtproblematik und sozialer Kompetenz eine individuelle Perspektive ausgelotet. In der Auszugsphase spielen organisatorische Hilfestellungen eine wichtige Rolle, danach die Beratung, Begleitung und Betreuung in der Wohnung.
In der sogenannten "Punktbetreuung" werden psychisch nur gering belastbare Menschen in der eigenen Wohnung betreut und begleitet. Neben der Unterstützung in den Bedürfnissen des Alltagslebens geht es darum, soziale Vereinsamung zu verhindern.
Weiterführende Kontakte

DLB Barbara Käfer
derzeit in Bildungskarenz