Jugend-Notschlafstelle COMePASS

Die Emmaus-Jugendnotschlafstelle wurde eingerichtet, um für junge Menschen in Krisensituationen eine Zufluchtsstätte zu schaffen.

Die Jugendnotschlafstelle ist täglich von 19.00 bis 8.45 Uhr geöffnet. Die Erstaufnahme von obdachlosen Jugendlichen ist während der Öffnungszeit jederzeit ohne Voranmeldung möglich. Die Gäste müssen dazu nicht nüchtern oder abstinenzwillig sein.

Die Jugendnotschlafstelle COMePASS versteht sich als existenzsicherndes soziales Netz für akut obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 25 Jahren, die sich in einer Krise befinden. COMePASS bietet ihnen eine menschenwürdige und legale Unterkunft.

Jugendnotschlafstelle COMePASS
Mühlweg 26 (Seiteneingang)
3100 St. Pölten
geöffnet: 19 bis 9 Uhr
0676 88 6 44 740
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Die Jugendnotschlafstelle kann insgesamt 12 obdachlose Burschen und Mädchen beherbergen und mit dem Lebensnotwendigen versorgen. Damit verbunden ist die Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Platz in der Gesellschaft. COMePASS ist ein Angebot vor allem für drogengefährdete und bereits süchtige Jugendliche und junge Erwachsene, die obdachlos sind oder in prekären oder nicht adäquaten Wohnverhältnissen leben. Einzugsgebiet für minderjährige Jugendliche sind die Bezirke St. Pölten Stadt und Land, Lilienfeld, Melk, Scheibbs, Tulln und die Stadt Krems. Junge Erwachsene können sich aus ganz Niederösterreich an die Einrichtung wenden.

Die Notschlafstelle unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene bei der Krisenbewältigung durch eine vorübergehende Unterkunft.

Ziel ist es, die jungen Menschen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Das geschieht durch die Weitervermittlung zu Beratungsstellen und anderen Einrichtungen der Jugendwohlfahrt. Sozialisationsziel in der Emmaus Jugendnotschlafstelle ist der liebes- und arbeitsfähige Mensch. Alle Angebote und sozialpädagogischen Interventionen dienen letztlich der Krisenbewältigung und unterstützen den Reifungsprozess der Gäste.

Angebote der Jugendnotschlafstelle:

  • Ein legaler und menschenwürdiger Schlafplatz
  • Beseitigung akuter Obdachlosigkeit
  • Schutzzone
  • Wahrung der Anonymität
  • Gesunde und frische Nahrungsmittel
  • Hygienische Grundversorgung (Duschen, Waschmaschine)
  • Erstberatung

Ab der vierten Nacht:

  • Meldung eines Wohnsitzes
  • Hilfe zur Überwindung der Krise
  • Kooperation mit Bezirksverwaltungsbehörden, Erziehungsberechtigten, Behörden und Beratungsstellen
  • Unterstützung bei Amtswegen

Unterstützung bei der Suche nach Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten

Die Aufenthaltsdauer beträgt max. 3 Monate. Bis zur dritten Nacht wird die Anonymität gewahrt, danach muss der Wohnsitz gemeldet werden. Der Aufenthalt ist bis zu drei Wochen ohne Auflagen möglich. Es genügt die Einhaltung der Hausordnung und die Bereitschaft, sich auf Beratungs- und Hilfsangebote einzulassen. Ab einem Aufenthalt von über drei Wochen wird eine Zusammenarbeit vorausgesetzt, und es werden gemeinsame Ziele erarbeitet. Der Aufenthalt endet durch Wegfall des Bedarfs oder nach spätestens drei Monaten, ebenso bei Nichteinhaltung der Hausordnung oder wenn sich während des Aufenthalts die Allgemeinsituation verschlechtert.

2004 betraute das Land NÖ die Emmausgemeinschaft St Pölten mit der Aufgabe, in St. Pölten ein Angebot für obdachlose Jugendliche zu schaffen. Am 22. November 2004 wurde die Notschlafstelle (damals unter dem Namen JUMP!) für junge Menschen in Krisensituationen in Viehofen (Austinstraße 46) eröffnet. Im Juli 2010 übersiedelte die Einrichtung in die Nähe des Bahnhofs und der Innenstadt an die Adresse Mühlweg 26. So war COMePASS leichter zu erreichen. Inzwischen hat sich das Gesamtkonzept von COMePASS bewährt, und die soziale Einrichtung wurde zu einem Fixpunkt in der NÖ Kinder- und Jugendhilfe.

2013 wurde das Haus umgestaltet und renoviert und auch das Konzept verfeinert und genauer definiert. Außerdem finanzierte das Land NÖ 5 Plätze für junge Erwachsene. Aus dieser „Rundumerneuerung“ entstand auch der Wunsch nach einem neuen Namen. Seit 1. Juli 2014 heißt die Jugendnotschlafstelle nun COMePASS, weil Jugendliche dort Orientierung in schwierigen Zeiten bekommen sollen. Dafür steht der Kompass als Wegfinder – aber nicht nur. Das zusätzlich eingefügte „e“ vervollständigt das englische Wort „come“, also „Komm!“ und gilt als herzliche Einladung in die emmaus Gemeinschaft all jenen, die obdachlos sind oder keinen sicheren Schlafplatz haben. Der zweite Teil des Wortes „pass“ – nach der englischen Bedeutung für „gehe“ aber auch „bestehe“ – drückt aus, dass die Jugendlichen hier Gäste sind, die die Notschlafstelle auch wieder verlassen – mit der nötigen Orientierung für eine positive Zukunft.

Fotos: E_serebryakova/shutterstock.com, Emmaus