Die Emmausgemeinschaft St. Pölten

Organisation

Die Emmausgemeinschaft St. Pölten wurde 1982 vom Theologen und Sozialarbeiter Karl Rottenschlager mit der Intention gegründet, ein Auffangnetz für Haftentlassene zu schaffen. Heute kommen Menschen in Krisensituationen nach Heim-, Gefängnis- oder Psychiatrieaufenthalten zu Emmaus. Für sie bietet Emmaus Einrichtungen in den Bereichen Wohnen, Arbeit (Betriebe) und gesellschaftliche Integration an.

„Emmaus“

Der Name Emmaus bezieht sich auf einen Text im Neuen Testament (Lukasevangelium 24, 13-35): Zwei Jünger Jesu waren auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus. Während sie redeten, gesellte sich Jesus unerkannt zu ihnen, begleitete sie und redetet mit ihnen über Jesus, seinen Tod, die Trauer, Enttäuschung und Verzweiflung der Jünger darüber und dass Jesu Grab leer gefunden worden war. Daraufhin legte Jesus ihnen die Propheten aus und alles, was in den alten Schriften über ihn geschrieben stand. In Emmaus angekommen, baten ihn die beiden Jünger zu bleiben. Als sie gemeinsam zu Abend aßen, brach Jesus das Brot und gab es ihnen. Da erst erkannten sie ihn, aber Jesus verschwand plötzlich vor ihren Augen. Noch zur selben Stunde gingen die beiden nach Jerusalem zurück, um den anderen Jüngern von dem frohen Ereignis zu erzählen.

Der Name „Emmaus“ bezieht sich auf die Weggemeinschaft des auferstandenen Jesus mit den Verzweifelten und Hoffnungslosen, woraus diese neue Hoffnung schöpfen.

In den Angeboten für Beschäftigung (Transitarbeit und Arbeitstherapie), Jugend (Jugendnotschlafstelle COMePASS) und Wohnen (Notschlafstellen, Wohnhäuser) betreut Emmaus mit 155 Angestellten täglich 320 Personen. Zusätzlich unterstützen Zivildiener und Ehrenamtliche/Freiwillige die Arbeit von Emmaus.

Die Geschichte von Rudi – Emmaus in 2 Minuten

Die Geschichte von Rudi ist – wenn auch frei erfunden – die eines „typischen“ Emmaus-Gastes. So oder so ähnlich waren und sind bei Emmaus seit 1982 die Lebensläufe tausender Menschen. „Rudi“ steht als ein Beispiel für all jene, die zu Emmaus gekommen sind, weil ihr Leben entweder durch Obdachlosigkeit, körperliche und psychische Krankheit, Süchte, Schulden, Arbeitslosigkeit, gesellschaftlichen Absturz oder Straftaten durcheinander gekommen ist.

Das Emmaus-Logo

Als Ausdruck der Weggemeinschaft mit Ausgegrenzten lebt Emmaus die Tischgemeinschaft. Das Emmaus-Logo reflektiert dieses Verständnis. Es zeigt zwei Brot brechende Hände, Symbol für das Teilen bzw. die Nächstenliebe – Auftrag und Programm von Emmaus. Das Leben wird mit dem Nächsten geteilt (finanziell, materiell, in der Begegnung, im Gebet). Jesu Gebot „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ ist Aufforderung an jeden einzelnen Menschen, es ihm gleich zu tun.


KlientInnen

Die Einrichtungen der Emmausgemeinschaft St. Pölten stehen Personen offen, die sozial benachteiligt sind und Schwierigkeiten haben, eine Wohnung oder Arbeit zu finden.

  • Akut Obdachlose und Menschen, die von Obdach- und Wohnungslosigkeit bedroht sind
  • Personen, die psychisch beeinträchtigt oder erkrankt sind und ein psychiatrisches Gutachten besitzen
  • Suchtkranke Personen
  • Menschen aus dysfunktionalen Familiensystemen
  • Langzeitbeschäftigungslose und Personen, die aufgrund ihres Alters, ihrer beruflichen Qualifikation oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur schwer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen
  • Personen, die bedingt verurteilt wurden oder von Straffälligkeit bedroht sind
  • Haftentlassene, die weder Arbeit noch Quartier besitzen

Leitbild der Emmausgemeinschaft St. Pölten

Die Emmausgemeinschaft St. Pölten – Verein zur Integration sozial benachteiligter Personen wurde 1982 mit Unterstützung der Caritas St. Pölten als gemeinnütziger Verein gegründet. Emmaus St. Pölten vermittelt Menschen am Rande der Gesellschaft Arbeit, Wohnung und Hoffnung. Ziel ist der liebes- und arbeitsfähige Mensch. Der Verein ist offen für Hilfesuchende und MitarbeiterInnen aller Nationen und Kulturkreise sowie aller Konfessionen, Religionen und Menschen nichtreligiöser Weltanschauungen, sofern sie die Emmaus-Prinzipien respektieren.

Gast-Freundschaft

Die Betreuungs- und Arbeitsangebote von Emmaus stehen allen Hilfesuchenden offen. „Gemeinschaft“ ist bei Emmaus definiert als Ort der Versöhnung, Heilung, Zuwendung, Zugehörigkeit, gegenseitiger Liebe, Vergebung und des Wachstums.

Wertegemeinschaft

  • Emmaus St. Pölten ist dem biblischen Menschenbild Nach Matthäus 25 ist jeder Mensch Ebenbild und Abbild Gottes: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan“. Für Emmaus gibt es keinen hoffnungslosen Fall, weil es für Gott keinen hoffnungslosen Fall gibt.
  • Emmaus setzt sich für ausgegrenzte Personen ein. Wichtigstes Prinzip der Emmaus-Arbeit ist es, dabei die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten und ihn in seinen Fähigkeiten zu fördern.
  • Liebe und Kompetenz sind Prinzipien der sozialpädagogischen Emmaus-Arbeit. Jede/r Hilfesuchende wird vorurteilsfrei angenommen und professionell begleitet. Er/Sie wird befähigt, das Leben aus eigener Kraft zu bewältigen.

Weggemeinschaft

Emmaus ist Stimme der Stimmlosen und betreibt Lobbying für jene, die keine Lobby haben. Gemeinsam mit Kooperationspartnern fängt Emmaus Menschen in Lebenskrisen auf. Sie erfahren Anerkennung und Wertschätzung; die Würde eines jeden Menschen wird respektiert. Jeder Emmaus-Gast soll angstfrei, selbstbestimmt und in Würde leben können. Das pädagogische Stufenmodell von Emmaus (von der Begleitung in der Grundversorgung zur nieder- und höherschwelligen Wohn- und Tagesbetreuung bis zu den betrieblichen Tagesstätten und Transitarbeit) erleichtert Gästen (KlientIn/PatientIn) die Neuorientierung und hilft beim Erarbeiten neuer Lebensperspektiven. Als Ausdruck dessen, dass in jedem Fremden bzw. in jedem Emmaus-„Gast“ Gott selbst empfangen wird, lebt Emmaus die Tischgemeinschaft. Die Bezeichnung „Gast“ ist Ausdruck größter Wertschätzung.

Gesamtes Leitbild als PDF

Sozialpädagogisches Konzept

Das Emmaus Stufenmodell wurde für die Schwächsten unserer Gesellschaft entwickelt. Es erleichtert den Gästen die Neuorientierung von der Begleitung in der Grundversorgung (Tageszentren, Notschlafstellen) über die nieder- und höherschwellige Wohn- und Tagesbetreuung bis hin zu den betrieblichen Arbeitsangeboten (Arbeitstherapie, Transitarbeit). Jeder Gast im Wohn- wie im Arbeitsbereich nimmt jene Stufe in Anspruch, die für die persönliche Entwicklung am geeignetsten erscheint.


Geschäftsführung

Roland Hammerschmid
Geschäftsführung Pädagogik & Entwicklung

Tel.: 0676 88 6 44 572
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Karl Langer
Geschäftsführung Personal & Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 0676 88 6 44 293
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Peter Hirsch
Geschäftsführung Wirtschaft & Finanzen

Tel.: 0676 88 6 44 271
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Verein

Der Vereinsname lautet „Emmausgemeinschaft St. Pölten – Verein zur Integration sozial benachteiligter Personen“.

Die Vereinsstatuten finden Sie hier.

Im Zentralen Vereinsregister des Bundesministeriums für Inneres ist die Emmaus St. Pölten unter ZVR 248337422 angeführt. Dort finden Sie auch die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und des Vereins.