Frauenwohnheim

Brot und Rosen

Die Wohngemeinschaft ist eine Anlaufstelle für Frauen, die in Not geraten sind.

Das Frauenwohnheim ist rund um die Uhr besetzt und bietet volljährigen Frauen aus NÖ, die von Wohnungslosigkeit (oft verbunden mit Langzeitarbeitslosigkeit) bedroht oder betroffen sind und die wenige Sozialkontakte aufweisen, Unterstützung an. Außerdem bietet das Wohnheim eine höherschwellige Betreuung für Frauen mit psychischen Erkrankungen.
Wenn der Verlust der Wohnung droht, geraten viele Frauen in ein Abhängigkeitsverhältnis. So hoffen sie, diesem Szenario entgegenwirken oder ausweichen zu können. Oft gehören Unterdrückung, Ausbeutung, Ängste und belastende Lebenssituationen zum Lebensalltag dieser Frauen. Das Frauenwohnheim wirkt dem entgegen und bietet eine Alternative. Eine betreute Unterbringungsmöglichkeit in Ein- und Zweibettzimmern gibt es für Insgesamt 17 Frauen.

Frauenwohnheim
Stephan Buger-Gasse 13
3100 St. Pölten
0676 88 6 44 582
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Einzelfallbetreuung, Festigung des Gemeinschaftssinns und klare Regeln wie Toleranz, Akzeptanz und Verzicht auf jegliche Gewalt sind die Grundlage für eine Wohngemeinschaft, die den Frauen Schutz und Heilung bietet.

Einzelbetreuung

Die Einzelfallbetreuung findet durch hauptamtliche Mitarbeiterinnen statt und wird beim Einzug in das Wohnheim in einem Gästevertrag festgelegt. Für eine darüber hinausgehende sozialarbeiterische Betreuung (Beratung und Hilfe bei Arbeits- und Wohnungssuche, Anträge stellen, Schuldenregulierung) kann eine Sozialarbeiterin konsultiert werden. Somit steht den betroffenen Frauen ein Gesamtpaket zur Unterstützung in Lebenskrisen zur Verfügung. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen werden Zukunftsperspektiven erarbeitet, die Frauen sollen aber auch darin befähigt werden, ihre eigenen Ressourcen wahrzunehmen und zu mobilisieren.

Grundregeln

Die Grundregeln für die Wohngemeinschaft sind in der Hausordnung verankert. Dazu zählen Verzicht auf jegliche Gewalt, die Einhaltung von Tages- und Wochenplänen, Akzeptanz und Toleranz . Dieses Konzept bietet den betroffenen Frauen nicht nur ein Dach über dem Kopf, geheizte Räume, ein Bett, Essen und Hygieneeinrichtungen, sondern ein Zuhause. Die Frauen erfahren ein Gemeinschaftsleben voller Liebe, Verständnis und Respekt, das ihnen Schutz und Heilung bietet.

995


begleitete Frauenvon 2004 bis 2018

Brot und Rosen …

… ist das Leitbild des Frauenwohnheimes. „Brot“ steht für die Abdeckung der Grundbedürfnisse, wie ein Dach über den Kopf, Nahrung und Hygiene. Damit auch die seelischen Wunden heilen können braucht es Liebe, Verständnis und Gemeinschaft. Dafür stehen die Rosen.

Die generelle Armutsgefährdung von Frauen ist ein bedeutender Faktor in der Vielzahl von Problemen, die weibliche Obdachlosigkeit entstehen lassen. Damit verbunden sind die Gleichstellung der Frau in unserer Gesellschaft, eklatante Unterschiede zwischen Mann und Frau bei Bildung und Beruf, sowie die Anspannung am Arbeitsmarkt. Mit dem Anstieg der Anzahl obdachloser Frauen steigen auch die psychischen Erkrankungen bei Frauen. Seit Eröffnung des Wohnheims im Jänner 2004 bis Ende Dezember 2018 konnten 995 Frauen begleitet werden. Über 2500 Aufnahmeanfragen erlauben Rückschlüsse auf die Not.

Ganz dem Leitbild entsprechend bemühen sich die Betreuerinnen um einen liebevollen Umgang mit den Bewohnerinnen. Die herzliche und angenehme Atmosphäre ist für viele der Bewohnerinnen eine neue Erfahrung, die sie in ihrem bisherigen Leben kaum gemacht haben.

Ein multiprofessionelles Team, unterstützt durch eine Praktikantin und einige freiwillige Mitarbeiterinnen, garantiert die Rund-um-die-Uhr Betreuung der Gäste.


Im Jänner 2004 startete die Emmausgemeinschaft das Frauenprojekt in einer angemieteten Dachgeschosswohnung mit sechs Notschlafplätzen. Durch die große Nachfrage und aufgrund einer langen Warteliste erfolgte bereits ein Jahr später der Umzug in das benachbarte Zweifamilienhaus in der Stephan Buger-Gasse 13. Während der Pionierphase wurde deutlich, dass es eine längerfristige und intensivere Betreuung geben sollte. Folglich wurde die Notschlafstelle auf drei Betten reduziert und ein Wohnheim mit 13 Betten unter Mithilfe des Landes NÖ errichtet.

2008 wurde das Betreuungsangebot erweitert und eine getrennt betretbare Notschlafstelle mit 4 Plätzen sowie das neue Tageszentrum (Frauen Café) in einem Zubau eröffnet. Ingesamt gab es nun 21 Wohnplätze für wohnungslose Frauen aus Niederösterreich. Da es immer mehr Bewohnerinnen mit psychischen Erkrankungen gab, wurde das Betreuungskonzept weiterentwickelt, es sind zwei Wohngruppen entstanden, eine Wohngruppe für Frauen, die akut von Wohnungslosigkeit betroffen sind und eine Wohngruppe für Frauen mit psychischen Erkrankungen, mit insgesamt 17 Wohnplätzen. Eine Tagesstruktur hilft bei der Rehabilitation und trainiert individuelle Fähigkeiten. Ziel ist die Entwicklung von Selbständigkeit und Selbstbestimmung im Wohn-, Alltags– und Freizeitbereich sowie die Etablierung am Arbeitsmarkt.

Fotos: Emmaus, Kogler