Wohnheim Herzogenburger Straße

Liebe schafft ein Zuhause

Aufgenommen werden Männer ab dem 18. Lebensjahr, die in Not geraten sind und Hilfe annehmen möchten, um ihre Situation zu verändern.
Dazu gehören:

  • Ehemalige Heimkinder
  • Männer in persönlichen Lebenskrisen
  • Wohnungslose (und arbeitssuchende) Männer
  • Suchtkranke Männer nach abgeschlossener Therapie
  • Haftentlassene
  • Psychisch kranke Personen

Ein Vorstellungstermin für ein persönliches Kennenlernen kann nach Anfrage einer Sozialeinrichtung oder durch den Betroffenen selbst vereinbart werden.
Im Idealfall werden Schnuppertage fixiert. Das Wohnheimteam entscheidet dann über eine Aufnahme.

Wohnheim Herzogenburger Straße
Herzogenburger Str. 48-50
3100 St. Pölten
0676 88 6 44 580
E-Mail senden

Emmaus arbeitet hier nach dem „5-Säulen-Modell“, bei dem es um die Bereiche Leiblichkeit, sozialer Kontext, Arbeit, materielle Sicherheit und Werte geht.

Innerhalb einer geregelten Tagesstruktur wird gemeinsam gekocht, gegessen und abgewaschen. Täglich gibt es Einzel- und Gruppengespräche und eine aktive Freizeitgestaltung. Dadurch erhält das Leben der Gäste Sinn und ermöglicht ihnen einen Neustart.

Im Gästevertrag sind die Gemeinschaftsregeln verankert:

  • Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitswilligkeit
  • Gemeinschaftsdienste wie Frühstücks-, Koch- und Reinigungsdienste
  • Verzicht auf Gewalt
  • Toleranz gegenüber anderen Religionen, Kulturen
  • Bereitschaft zu verzeihen
  • Verzicht auf Alkohol und Drogen
  • (Im Bedarfsfall) Bereitschaft zu einer stationären oder ambulanten Therapie

Die Umsetzung des sozialpädagogischen Konzeptes erfolgt nach dem Fünf-Säulen-Modell.

  • Leiblichkeit: Gemeinsam wird gekocht, gegessen und abgewaschen und Wert gelegt auf die Fitness von Körper, Seele und Geist.
  • Sozialer Kontext: Jeder ist ein Teil des Ganzen. Gemeinschaft wird durch viele kleine Dienste aufgebaut.
  • Arbeit: Sie bedeutet Selbstverwirklichung, soziale Anerkennung und Sicherheit.
  • Materielle Sicherheit: Gemeinsam mit dem Gast werden Zukunftsperspektiven erarbeitet, durch Schuldenregulierung, Ansparen und Reflexion des Konsumverhaltens.
  • Werte: Gemeinschaft und Solidarität werden er- und gelebt, sowie Toleranz gegenüber Menschen anderer Kulturkreise, Religionen, Nationalitäten und Weltanschauungen geübt.

Der Gast kann bis zu einem Jahr, in Ausnahmefällen auch länger, im Wohnheim bleiben. Ziel aller Bemühungen ist die soziale Wiedereingliederung. Der Gast soll ein selbständiges Leben führen können, mit einem geregelten Einkommen, einer eigenen Wohnmöglichkeit und einem aufrechten sozialen Umfeld. Die Nachbetreuung durch einen Sozialarbeiter beginnt daher schon während des Aufenthalts im Wohnheim.

Im Haus Herzogenburger Straße sind auch die Geschäftsführung und die Verwaltung untergebracht. Die „Dienstagsrunde“, ein wesentlicher Bestandteil der spirituellen Basis von Emmaus, findet ebenfalls hier statt.

Das Wohnheim besteht seit der Gründung der Emmausgemeinschaft St. Pölten im Jahr 1982. Bis 2014 haben rund 670 Männer Aufnahme gefunden.

1982 zog der Gründer und damlige Leiter der Emmausgemeinschaft St. Pölten, Karl Rottenschlager, mit einigen Haftentlassenen und Obdachlosen im Haus Herzogenburger Straße ein. Mit ihnen hat Rottenschlager gewohnt, gegessen und sein Einkommen geteilt. Seit damals sind sehr viele Visionen und Ideen in Emmaus Wirklichkeit geworden, die ihren Ausgang im Wohnheim Herzogenburger Straße genommen haben. Viele der MitarbeiterInnen in den Einrichtungen von Emmaus haben zuerst in der Herzogenburger Straße gearbeitet. Für sie und für ehemalige Gäste ist das Saftbeisl im Keller des Wohnheims eine immer wieder gern besuchte Kontaktstelle.

Das Wohnheim Herzogenburger Straße verfügt über

Vier MitarbeiterInnen sind – wie auch der Leiter des Wohnheims – vor allem mit der Betreuung der Gäste beschäftigt. Dazu gehören die Begleitung bei Behördenwegen, administrative Aufgaben, kleine handwerkliche Tätigkeiten im Haus sowie die Begleitung der Gäste bei einer Beschäftigung im Wohnheim. Niemand soll hier ohne Arbeit sein. Die Reinigungsdienste werden von Gästen und MitarbeiterInnen gemeinsam durchgeführt. In den Bereichen Brotabholung, Saftbeisl-Dienst, Küche, Hof- und Gartenpflege etc. sind ca. fünfzehn ehrenamtliche HelferInnen tätig. Ohne sie wäre der reibungslose Ablauf nicht möglich.

Fotos: Emmaus, Kogler