Begegnungen auf Augenhöhe – die Emmaus Jugendnotschlafstelle COMePASS

„Jugendliche haben derzeit weniger Wohnressourcen. Früher kamen sie bei Verwandten oder Freunden unter, aber seit Beginn der Maßnahmen wurden sie vor die Tür gesetzt. Oder von ihren Eltern oder Großeltern nicht mehr zurück ins Haus gelassen, wenn sie sich nicht an die Ausgangsbestimmungen gehalten hatten. Derzeit haben wir in unserer Notschlafstelle weniger Aufnahmen und können die Jugendlichen auch nicht so schnell weitervermitteln. Daher bleiben sie jetzt länger bei uns.

Manche der Jugendlichen sind regelrecht perspektivenlos, weil sie bei uns festhängen und wir sie nicht weitervermitteln können. Das ist eine große Belastung für sie, aber auch herausfordernd für unser Team, denn viele unserer Schützlinge haben unbehandelte psychische Erkrankungen.“

Bitte unterstützen Sie weiterhin die Arbeit mit unseren Gästen – gerade jetzt, in dieser herausfordernden Zeit. Es ist dringend notwendig!

Unser Spendenkonto: IBAN: AT84 2025 6000 0003 8570 | BIC: SPSPAT21

Jetzt online spenden

„Generell wird der seelisch-psychische Gesamtzustand umso schlechter, je länger jemand in der Notschlafstelle ist. Der Grund sind Ungewissheit und Unklarheit darüber, wie es weitergeht. In vielen Fällen ist ja schon die Ausgangssituation ohne Corona prekär. Das Thema Corona selbst beschäftigt die Jugendlichen weniger, sie haben andere Sorgen. Daher hat es auch etwas gedauert, bis sie den Ernst der Situation erkannt haben.

Meine Wahrnehmung ist, dass unsere Gäste Themen, die sie umtreiben, nun mit uns allen und der ganzen Welt teilen. Wir begegnen uns dadurch mehr auf Augenhöhe, denn wir teilen jetzt viele Unsicherheiten ganz faktisch mit den Gästen. Vor allem, wenn jemand hustet oder niest, wird er oder sie zum unkalkulierbaren Risiko. Die Herausforderung wird sein, dass wir uns irgendwann wieder ohne Angst begegnen. Man wird sehen …“

Emmaus – wir fangen auf

Das COMePASS-Team (von links oben nach rechts unten): Margit Brachmann, Marion Kail, Katharina Lutz, Anja Putz und Bernhard Klemt (Leiter). Nicht im Bild: Franz Staudinger, Sabine Zakhary und Miriam Hausleitner

Das Team der Emmaus Jugendnotschlafstelle COMePASS