Von Laa an der Thaya nach St. Pölten
Bevor Robert nach St. Pölten kam, hatte er ein Jahr in Laa an der Thaya verbracht, in dem sich beruflich nur wenige Möglichkeiten eröffneten. Arbeit war dort sehr schwer zu finden, Bewerbungen schrieb er um die 50 pro Tag – viele blieben unbeantwortet. „Diese Zeit war sehr frustrierend und zermürbend“, sagt er.
In St. Pölten dockte er zuerst im Wohnheim Kalvarienberg an, kurze Zeit später zog er das Männerwohnheim in die Herzogenburger Straße. Nur wenige Tage nach dem Einzug ergab sich die erste Chance: ein Bewerbungsgespräch mit Barbara Käfer, Betriebssozialarbeiterin bei EMMAUS. Sie vermittelte ihn zu Reinhard Bugl im Bereich Sanierung des Sozialökonomischen Betriebs.
Neustart und neue Verantwortung
Robert 27 Jahre, gelernter Maurer, war bereit, nach vielen frustrierenden Monaten wieder so richtig anzupacken. Schritt für Schritt fand er zurück in einen geregelten Arbeitsalltag.
Sein Tag in der Sanierung beginnt früh. Um fünf Uhr klingelt sein Wecker, um halb sieben fährt er mit dem Team zur Baustelle. Dort wird vorbereitet, was der Tag verlangt: Werkzeuge verladen, Böden schützen, Räume herrichten. Spachteln, streichen, betonieren, Wände einreißen – kein Tag gleicht dem anderen. „Es ist sehr abwechslungsreich und lehrreich“, sagt Robert. Besonders schätzt er die Geduld seiner Arbeitsanleiter: „Wenn du etwas nicht weißt, zeigen sie es dir so oft, bis du’s kannst. Das kommt wirklich von Herzen“, ist er überzeugt.
Nach eineinhalb Jahren in der Sanierung wechselte er für zehn Monate in einen Baumarkt. Private Probleme zwangen ihn zurück zu EMMAUS – erneut wurde er aufgenommen. Heute lebt Robert selbstständig in der Nähe von St. Pölten. Seine berufliche Zukunft sieht er auf Abbrucharbeiten. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll, abwechslungsreich und gibt ihm das Gefühl, etwas zu schaffen. „Knochenarbeit, ja, aber genau das gefällt mir“, sagt er. Am Abend zu wissen, dass etwas fertig ist, gibt ihm ein Gefühl von Leistung und Routine. Sein nächstes Ziel: sich dahingehend fachlich weiterentwickeln und im nächsten Jahr den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen.
Offenheit und Mut
Robert spricht offen über Vorurteile und Klischees. Arbeitslosigkeit sei für die meisten kein freiwilliger Zustand. „Vor allem in Zeiten wie diesen mit steigenden Kosten, Inflation und Kürzungen bei sozialen Leistungen, ist keiner freiwillig arbeitslos. Es ist schwer, aber man darf sich nicht unterkriegen lassen. Seinen Rat an Menschen, die lange ohne Job sind: „Zeigt, dass ihr arbeiten wollt, nehmt Chancen wahr, auch wenn der erste Schritt schwerfällt. Emmaus bietet den Raum, die Geduld und die Unterstützung, die nötig sind, um wieder auf die Beine zu kommen.“
Rückfragehinweis
Stephanie Stadler, MA
stephanie.stadler@emmaus.at
0676/886 44 743