Gebäude nachhaltig rückbauen. Menschen stärken. Zukunft gestalten.

Gebäude nachhaltig rückbauen. Menschen stärken. Zukunft gestalten.

Kooperation von Emmaus und BauKarussell verbindet Kreislaufwirtschaft mit sozialer Integration 

St. Pölten,26. Februar 2026– Wie ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung erfolgreich ineinandergreifen können, zeigt ein aktuelles Rückbauprojekt in Loosdorf. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Emmaus und BauKarussell wird das ehemalige STRABAG-Gebäude ressourcenschonend rückgebaut, mit dem klaren Ziel, wertvolle Materialien zu erhalten und gleichzeitig arbeitsuchenden Menschen neue Perspektiven zu eröffnen. 

BauKarussell zählt zu den ersten österreichischen Anbietern für zirkulären sanierungs- und abbruchvorbereitenden Rückbau. Im Fokus steht nicht der klassische Abriss, sondern der sorgfältige Ausbau von Materialien im Zuge einer teilweisen Schad- und Störstoffentfrachtung. Ziel ist die Wiederverwendung möglichst vieler Bauteile, um Ressourcen im Kreislauf zu halten und Abfälle sowie Kosten zu reduzieren. Bauherrinnen und Bauherren werden dabei professionell begleitet. 

Emmaus bringt in die Kooperation die soziale Perspektive ein. Die Sanierung und Kunstwerkstatt von Emmaus St. Pölten ist ein sozialökonomischer Betrieb (SÖB), der vom Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich gefördert wird. Er bietet arbeitsuchenden Menschen befristete Beschäftigung, fachliche Anleitung sowie Qualifizierungsmöglichkeiten mit dem Ziel einer nachhaltigen Integration in den regulären Arbeitsmarkt 

Sozialer Rückbau in Loosdorf 

Das ehemalige STRABAG-Gebäude in Loosdorf wurde von SPAR erworben und soll künftig als Standort genutzt werden. Bevor die maschinellen Abbrucharbeiten beginnen konnten, wurde das Gebäude im Rahmen des BauKarussell-Projekts sozial und ressourcenschonend für einen betonreinen Abbruch vorbereitet. Dieses Zusammenspiel aus Kreislaufwirtschaft und Qualifizierung nennt sich Social Urban Mining. 

Seit 12. Jänner läuft der strukturierte Rückbau. Zwei Transitmitarbeiterinnen bzw. -mitarbeiter von Emmaus sind täglich gemeinsam mit einer Arbeitsanleitung auf der Baustelle im Einsatz. Zu ihren Aufgaben zählen die Demontage von Parkettböden, der Ausbau von Holzdecken sowie vorbereitende Arbeiten für den weiteren Abbruch. Dabei sind Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamarbeit entscheidend, da viele Bauteile unbeschädigt ausgebaut werden müssen, um wiederverwendet zu werden. 

75 bis 80 Prozent Wiederverwendungsquote 

Im Zentrum des Projekts steht die Kreislaufwirtschaft. Materialien sollen so lange wie möglich genutzt und vor der Entsorgung bewahrt werden. Der Rückbau erfolgt daher selektiv und mit besonderem Augenmerk auf Wiederverwertbarkeit. 

Bislang konnten rund 80 Quadratmeter Buchenparkett, 180 Quadratmeter Eichenparkett sowie etwa 100 Quadratmeter Holzdecken gerettet werden. Der Anteil an wiederverwendbarem Material liegt bei Holzdecken und -böden bei beachtlichen 75 bis 80 Prozent. 

Die ausgebauten Materialien, darunter Parkettböden, Holzdecken, Teppichböden, Holztüren, Büroeinrichtungen und Lampen, werden geprüft, sortiert und für den Wiederverkauf vorbereitet. So bleiben wertvolle Ressourcen im Umlauf und leisten einen aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung. 

„Dieses Projekt zeigt, wie eng soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbunden sind. Unsere Transitmitarbeiter leisten hier nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung, sondern sammeln gleichzeitig wertvolle Praxiserfahrung, die ihre Chancen am Arbeitsmarkt nachhaltig stärkt“, betont Carmen Firnhammer, Leitung Emmaus Sozialökonomischer Betrieb. 

Praxisnahe Arbeitserfahrung unter realen Bedingungen 

Ein typischer Arbeitstag beginnt um 08:30 Uhr mit der Arbeitseinteilung, von 09:00 bis 12:00 Uhr wird rückgebaut, am Nachmittag werden die Arbeiten fortgesetzt und mit anderen Gewerken abgestimmt. Trotz der Koordination mehrerer Betriebe verlief die Zusammenarbeit reibungslos, das Projekt konnte sogar schneller als geplant umgesetzt werden. 

Neben Emmaus ist auch der sozialökonomische Betrieb GESA St. Pölten in das Projekt eingebunden. Die Kooperation stärkt regionale soziale Einrichtungen und ermöglicht eine möglichst umfassende Wiederverwendung der ausgebauten Materialien. 

„Nachhaltigkeit beginnt für uns nicht erst im Verkaufsraum, sondern schon auf der Baustelle. In Loosdorf entscheiden wir uns bewusst für die Wiederverwendung von Baumaterialien und verbinden diesen Ansatz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Gleichzeitig schaffen wir die Basis für eine moderne Nahversorgung in der Region“, betont SPAR-Geschäftsführer Alois Huber. 

Das Projekt in Loosdorf zeigt eindrucksvoll, dass ökologische Nachhaltigkeit, soziale Integration und wirtschaftliche Effizienz einander nicht ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen. Nachhaltiges Bauen schont hier nicht nur Ressourcen – es stärkt zugleich Menschen und eröffnet neue Perspektiven. 

Rückfragehinweis

Stephanie Stadler, MA
stephanie.stadler@emmaus.at
0676/886 44 743

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