Weiblich, obdachlos, unsichtbar

Weiblich, obdachlos, unsichtbar

(St. Pölten, am 07.03.2024) Bereits zum 113. Mal jährt sich heuer am 8. März 2024 der internationale Frauentag – ein Tag, an dem auf Gleichberechtigung und Frauenrechte aufmerksam gemacht werden soll. Das Frauenwohnheim der Emmausgemeinschaft St. Pölten bietet seit 20 Jahren Schutzräume und vielfältige Unterstützungsangebote für in Obdachlosigkeit und Armut gedrängte Frauen an.

Verdecktes Leben ohne feste Bleibe

Menschen ohne Obdach prägen mittlerweile immer öfter auch das Straßenbild von Kleinstädten. Etwa ein Viertel der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen hierzulande sind Frauen. Im öffentlichen Raum sieht man sie aber nur selten und sie werden als solche auch kaum wahrgenommen. Häusliche Gewalt, Armut, psychische (Vor-)Erkrankungen sind typische Symptome weiblicher Obdachlosigkeit. Aufgrund finanzieller Abhängigkeiten verharren Frauen länger in belastenden Partnerschaften und benötigen mehrere Anläufe, ehe sie es schaffen, die jeweilige Gewaltspirale endgültig zu durchbrechen. Resultierend aus der erlebten Gewalt treten bei Frauen neben Wohnungslosigkeit und Armut auch häufig schwere psychische und physische Erkrankungen in Erscheinung. „In den letzten Jahren sind vermehrt auch Frauen von Obdachlosigkeit betroffen. Die meisten Frauen, die bei uns andocken, stammen aus schwierigen Abhängigkeitsverhältnissen, zum Teil sind diese auch sehr gewaltgeprägt“, sagt Rita Olah, Leiterin des emmaus Frauenwohnheims.

20 Jahre emmaus Frauenwohnheim

Seit mittlerweile 20 Jahren bietet das Frauenwohnheim der Emmausgemeinschaft St. Pölten, situiert in der Stephan Buger-Gasse, volljährigen Frauen aus Niederösterreich Schutz, Beratung und vorübergehende Unterkunft an. Die Notwendigkeit und die damit einhergehenden Unterstützungsangebote zum Schutz von Frauen in akuten Lebenskrisen lassen sich mit aktuellen Meldungen aus den Medien über Femizide sowie Armutsgefährdung von Frauen und durch wissenschaftliche Statistiken belegen.

„Ein Jubiläum wie dieses verdeutlicht, dass derartige Schutzeinrichtungen nach wie vor ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft sind und gleichzeitig als ein Rettungssignal an von Armut und Obdachlosigkeit betroffenen Frauen verstanden werden kann, dass Hilfe und niederschwellige Unterstützung bereitstehen“, betont Karl Langer, Geschäftsführer der Emmausgemeinschaft St. Pölten.

Rita Olah erinnert sich an zahlreiche (unverschuldete) schlimme Schicksale, gleichzeitig aber auch an unzählige freudige Momente, die das Betreuer:innen-Team in all den Jahren erleben konnte. „Das Schönste für uns ist es, wenn wir die strahlenden Augen unserer Klient:innen wahrnehmen, die durch unsere Unterstützung bestärkt, zuversichtlich und befähigt sind, ihr Leben wieder selbstständig zu meistern, solche Momente verbuchen wir als großen Erfolg und das sind für uns gute Gründe, die wir sehr wohl zelebrieren können“so Olah.

Rückfragehinweis

Stephanie Stadler, MA
stephanie.stadler@emmaus.at
0676/886 44 743

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